Seceda, Langkofel und Seiser Alm

In den vergangenen Wochen bin ich immer wieder über Bilder der Geislergruppe gestoßen – in der Welt der Landschafts- und Gebirgsfotografen eines der wahrscheinlich bekannteren Motive.

Doch es geht mir nicht darum, ein und dasselbe Bild nochmal aufzunehmen. Schöne Landschaften, faszinierende Aussichten, die traumhafte Natur  – dies alles lässt sich nur vor Ort wirklich erleben. Wenn ein Bild es schafft, das Gefühl “vor Ort zu sein” zu vermitteln, dann ist das wirklich große Kunst.

Ziel der Reise ist es, zur Seceda aufzusteigen und den Blick auf die Geislergruppe zu fotografieren. Die Faszination der sich auffächernden Felsen… ein Ausdruck der Kraft, welche die Alpen aufgeworfen hat.

Wie meistens führen mehrere Wege zum Gipfel. Der leichteste jedoch ist es die Gondel bis knapp unterhalb der Seceda zu nehmen und die letzten leicht ansteigenden Meter zu Fuß zu bewältigen. Diese Option fiel aber von vorne herein aus, denn zum Einem war mein Plan zum Sonnenaufgang am Gipfel zu sein, zum Anderen war gerade Zwischensaison und die meisten Gondeln fuhren schlicht und einfach nicht.

Der Griff zu Karte und Wanderführer ergab, dass irgendwie alle Touren an der Bergstation der Seceda anfangen und man sich nurnoch bergab begeben soll. Wo bleibt denn da die Anstrengung, das Gefühl aus eigener Kraft auf einen Gipfel gelangt zu sein? Dummerweise waren die Zeitangaben für den Zustieg  mehr als zweifelhaft. Zu allem Überdruss kam dann noch die Wettervorhersage hinzu, die wahlweise zwischen -5°C bis -12°C für die blaue und goldene Stunde vorher sagte.

Für die darauf folgenden Tage jedoch waren die Prognosen wieder erheblich freundlicher. Daher entschied ich mich zu einem Testaufstieg von Sankt Christina aus, um ein Gefühl für die Länge des Zustiegs zu bekommen. Denn Planung ist in der Landschaftsfotografie oft alles.

Der Aufstieg von Sankt Christina aus dauerte knappe 2:30 Stunden.

Am Gipfel angekommen war die Aussicht einfach traumhaft schön. Doch seht  selbst:

Den Plan die 2:30 Stunden Aufstieg am nächsten Morgen noch einmal auf mich zu nehmen, verwarf ich in dem Moment als ich am Gipfel angekommen war. Selbst in der Mittagszeit war es so unglaublich kalt, dass ich mir beim besten Willen nicht hätte vorstellen können 1:30 Stunden bei Minusgraden ohne Schutz vor Wind auszuharren.

Ich habe mir jedoch die Seceda vorgemerkt für das nächste Mal, wenn ich in der Region bin – vielleicht bei etwas wärmeren Temperaturen.

Wer in Sankt Ulrich Urlaub macht, kommt nicht umhin die Langkofelgruppe zu sehen. Ein beeindruckendes Dolomitmassiv, das am Ende des Grödner Tals ruht.

Von der Unterkunft aus waren es nur einige Minuten Aufstieg, um die Langkofelgruppe in ihrer vollen Pracht sehen zu können. Ein windiger Abend bei bestem Licht ermöglichte mir es dann, das folgende Bild zu machen:

In den letzten Herbstagen des Jahres und dank des einsetzenden Frosts war es fast unmöglich das sporadische Auftauchen kleiner weißer Flecken in der Landschaft zu übersehen. Die Beschneiung der Pisten hatte begonnen, was einen wahrlich trostlosen Anblick auf die Landschaften verursachte, den ich euch hier ersparen möchte.

Ein weiteres Ziel war es, die Seiser Alm zu besuchen. Ein Hochplateau auf der Südseite des Grödner Tals. Hier erwies es sich tatsächlich hilfreich die Gondel von Sankt Ullrich aus zu nehmen um die Tour über das Hochplateau zu beginnen. Leider waren die Abfahrtszeiten der Gondel nicht wirklich Fotografenfreundlich. Die letzte Gondel ins Tal fuhr kurz vor Beginn der goldenen Stunde. Da die Sonne im Herbst nicht sonderlich hoch steigt waren die Lichtverhältnisse akzeptabel, wenn auch nicht ideal. Aber letztlich arbeitet man ja mit dem was man hat.

Das folgende Bild zeigt die Langkofelscharte von der Seiser Alm aus. Das Sonnenlicht kam gerade um den Gipfel des Plattkofels herum und ließ den Hang in goldenen Farbtönen erstrahlen. Wer genau hinschaut, sieht sogar die Langkofelhütte.

 

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