Kurz nach Tirol

Berge, SchneeAls es auf die Osterfeiertage zuging, stellte sich die einfache Frage: Wo solls hingehen? Das grobe Ziel war unausgesprochen klar und zwar die Berge. Nur, gerade die Alpen sind groß und weitläufig. Mangels Planungszeit, buchten wir einfach ein Hotel in der Nähe des Pillersees – eine Gegend, die uns bereits mehrfach empfohlen wurde. Und so landeten wir in Hochfilzen. Ein beschauliches Örtchen in Tirol/Österreich.

Die Wettervorhersage für das komplette Osterwochenende war eher mäßig. Daher stellten wir uns generell auf weniger als auf mehr ein. Bei der Ankunft am Karfreitag nachmittags war das Wetter noch angenehm – Nicht zu kalt nicht zu warm, leicht bewölkt.

Wir entschlossen uns zu einem “kleinen” Erkundungs-Spaziergang. Der gewählte Weg schlängelte sich zur Buchensteinwand hinauf, über Schneefelder und durch kleine Wäldchen. Die goldene Stunde näherte sich und es war abzusehen, dass es ein schöner Sonnenuntergang werden würde. Doch es waren erstmal nicht die Berge, die uns in ihren Bann zogen, sondern die Schneeflächen auf den Hügeln, die einfach wie gemalt aussahen.

Schnee
Kurz vor dem Ziel unseres kleinen Ausflugs kamen wir an einer kleinen Almhütte vorbei, die sich als kreatives Fotomotiv regelrecht aufdrängte.

Alm, Regenrinne
Am Ziel des Spaziergangs angekommen, der Hoametzl Hütte, zeigten sich die umliegenden Berge im Licht des Sonnenuntergangs.

Berge, Sonnenuntergang

Nachdem der Wetterbericht für den Samstag eher mäßig war, begann der Tag für uns weit nach Sonnenaufgang. Die niedrig hängenden Wolken und Nebelschwaden, die sich durch die Täler zogen, boten das perfekte Ambiente für einen “Wald und Seen” Tag. Daher umrundeten wir vorerst den Pillersee, der kleine intime und minimalisitsche Aufnahmen ermöglichte.

Vogel, See, Hütte

Minimal, Wasser, Gräser

Ein Ziel das sich mir im Vorfeld bereits immer wieder aufgedrängt hat, war der Hintersee im Berchtesgadener Land. Da sich die Fahrzeit zwischen Sankt Ullrich am Pillersee und dem Hintersee in Grenzen hielt, war die Entscheidung schnell gefallen. Bekannt ist der Hintersee unter Fotografen für seine markanten mit Bäumen bewachsenen Felsen. Entsprechend war viel los. Trotz des immer wieder aufkommenden Regens, tummelten sich zahlreich Fotografen und Touristen am See. Vermutlich haben wir, gerade wegen des Wetters, einen eher ruhigen Tag erwischt – was nur erahnen lässt was an einem sonnigen Tag hier los sein muss.

Hintersee, Berchtesgaden

Für das Bild wählte ich mein 24-70mm Objektiv, um ausreichend Vordergrund zu erhalten. Gerade die vorgelagerten Felsen geben wunderbar Kontext und dienen zusätzlich als Leading Line ins Bildzentrum. Um das Bild dramatischer wirken zu lassen verwendete ich zusätzlich einen Pol-Filter um die Reflektion zu regulieren und Verlaufsfilter um den Himmel abzudunkel. Eine 8ter Blende und Fokus auf den mittleren Felsen gaben mir ausreichende Bildschärfe.

Kleiner Tipp: Wenn sich der Himmel im Wasser spiegelt, bietet es ich an auch die Reflektion im Wasser durch einen Verlaufs-Filter zu dämpfen. Einfach umgekehrt von unten ins Sichtfeld schieben.

Der Sonntag Morgen überraschte uns mit 10-15 cm Neuschnee, tief hängenden Wolken und Schneegestöber. Doch das Wetter auszusitzen hat uns noch nie gelegen. Daher schnallten wir unsere Schneeschuhe unter die Füße und liefen drauf los in Richtung Eiblgraben. Als ob es abgesprochen gewesen wäre, riss der Himmel auf als wir an einer kleinen Bank Rast machten.

Berge, Schnee Berge, Schnee

Um uns herum erstreckten sich wunderschöne Schneeflächen und wir entschlossen uns abseits der Winterwanderwege über den Rossberg zurück nach Hochfilzen zu laufen. Unberührter Schnee auf Wiesen und Waldwegen machten das Laufen mit Schneeschuhen zur wahren Freude.

Schneeschuhe, Wandern

Der Wetterbericht für den Ostermontag war dann endlich ziemlich gut. Die Vorhersage für die Wolkenbedeckung war zwar ok, aber nicht ideal. Um einen guten Ausgangspunkt für den Sonnenaufgang zu erreichen, hätte ich sehr früh aufstehen und loslaufen müssen. Meine Unkenntniss über die Gegend um Hochfilzen herum, führte schlussendlich zu der Entscheidung auszuschlafen.

Smartphone, Hände

Nachdem wir aus dem Hotel ausgecheckt hatten, entschlossen wir uns nochmals zur Buchensteinwand aufzusteigen. Nur diesmal nicht nur bis zur Hoametzl Hütte sondern bis zum Gipfel auf 1464 m. Im noch frischen Schnee der Nacht stiegen wir auf, während der zuvor noch wolkenlose Himmel durch Nebelschwaden verdeckt wurde. Doch der Nebel lichtete sich schnell und gab den Blick auf die umliegenden Berge frei.

Auch wenn die Mittagszeit die weiß Gott schlechteste Zeit zum fotografieren ist, bot der Ausblick vom Gipfel der Burchsteinwand das ein oder andere Motiv.

Berge, Schnee

Auch bei gleißend hellem Licht bietet es sich an ein Stativ dabei zu haben. Mit einer Brennweite von 200mm werden Distanzaufnahmen schwierig, wenn sie wirklich scharf werden sollen. Am Himmel war kaum eine Wolke zu sehen, ausser über dem Gipfel des Großglockners.

Nach dem Abstieg zurück ins Tal machten wir uns auf den Weg zurück in die Heimat, auf einer 6 stündigen von verstopften Grenzübergängen und Autobahnen geprägten Fahrt, gemeinsam mit gefühlt dem Rest der Welt.

Himmel, Sonnenuntergang

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